Oberteile

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Fotoroman: Wie bezieht man einen BH mit Stoff
Fotoroman: Besticken eines Oberteils


BH als Basis

Welches Modell soll es sein?

Jetzt habt ihr vielleicht den Gürtel vorbereitet oder gar schon fertig bestickt (die Fransen kommen später dran), und nun machen wir uns ans Oberteil.

Für das BH-förmige Oberteil muss zunächst ein passender BH her. Dies muss ein festes Exemplar mit steifen Körbchen und Drahtbügeln sein.
Derzeit gibt es sehr schöne Modelle, die aus einem Stück gefertigt sind und sich "Pulli-BH's" oder "T-Shirt-BH's" nennen.
Die Push-up BHs (Wonder-Bra) sind zwar ein bisschen steif, eignen sich jedoch nur bedingt. Wenn man sie nicht komplett bestickt, sind sie gerade für kleine Größen ganz brauchbar.
BH's mit wassergefüllten Einlagen würde ich nicht empfehlen. ;-))

Weiche BHs sind nicht geeignet, weil es zum einen nicht gut aussieht, wenn beim Tanzen das Oberteil wogt (es reicht schon, dass der Busen an sich wogt) und zum anderen ist es sehr schwierig, solch nachgiebige Rundungen zu besticken, ohne dass diese die Form verlieren.

Die mittlerweile überall erhältlichen, festen BH's sind sehr empfehlenswert. Da auch die Industrie inzwischen bemerkt hat, dass die Frauen größere Oberweiten haben, finden sich auch größere Exemplare. Der Versandhandel ist hier ein guter Tipp.
Einfach mal auf die Suche gehen. Es gibt super-sitzende Wühltisch-BHs für 10 Euro, man kann aber auch 30 Euro und mehr dafür ausgeben.

Zur Passform ist zu sagen: lieber einen gut sitzenden BH aussuchen, im Zweifel die größere Nummer kaufen.
Es ist wichtig, dass die Körbchen passen, ob es hinten zu eng oder zu weit ist, ist erstmal egal. Bei sehr unterschiedlichen Proportionen (breites Becken und schmaler Oberkörper mit wenig Busen) oder wenn der Busen überhaupt "Unterstützung" benötigt, wird einfach mit "Vitaminen" gearbeitet: einen grösseren BH kaufen als notwendig und Einlagen reinnähen oder reinstecken. Da gibt es die verschiedensten Variationen, von einfachen Schulterpolstern über spezielle Einlagen bis zu hautähnlichen Exemplaren, die sich durch die Körperwärme fest an die Haut schmiegen.
Diese kleine Schwindelei ist absolut legitim!


Wie sich die Größen berechnen:

Folgendes fand ich neulich in der "Brigitte" 20/2002:

Jede zweite Frau, die BH trägt, ist unzufrieden mit ihren Modellen. Woran liegt das? Oft wird die falsche Größe gekauft: Das Textilforschungs-Institut Hohenstein hat kürzlich festgestellt, dass knapp jede dritte deutsche Frau einen zu kleinen BH trägt.

Wie findet man die richtige Größe? Sie wird durch zwei Werte ermittelt: die Unterbrustweite, gemessen unterhalb der Brust, und die Cup-Größe (A, B, C usw.)
Letztere ergibt sich aus der Differenz zwischen Unterbrustweite (die bei der Konfektionsgröße 38 meist 75 cm beträgt) und Brustumfang (gemessen an der stärksten Stelle; bei Größe 38 meist 90 cm, das entspricht 75 B-Cup).
Besteht zwischen beiden Maßen ein Unterschied von 12 bis 14 cm, entspricht das Cup A, 14 bis 16 cm Unterschied ergibt Cup B, 16 bis 18 cm Cup C. Laut aktueller Untersuchung wird in Deutschland derzeit am häufigsten BH-Größe 80 C verkauft (1983 noch 75 B).

Wichtig ist die Passform. Ein neuer BH sollte zunächst an der äussersten Ösenreihe geschlossen werden, damit man ihn später enger stellen kann. Die Körbchen müssen am Dekolleté bündig abschließen, dürfen nicht zu eng sein und sollten keine Falten schlagen. Die Träger sollten schon bei der Anprobe individuell eingestellt werden, breite schneiden weniger ein als schmale. Und: den BH nicht zu lange tragen! Das elastische Material verliert durch Körperwärme und Waschen an Festigkeit und Halt.


Umrechnungstabelle für BH-Körbchen-Größen

Diese Umrechnungstabelle zeigt, welche Körbchengrößen bei welcher Unterbrustweite identisch sind. Bei den kleineren Größen ist dann der Abstand zwischen den beiden Körbchen etwas enger.
Man kann also bei der Suche nach einem passenden Modell evtl. auch auf eine alternative Größe zurückgreifen, muß ggfs. den Abstand zwischen den Körbchen verändern.

Größe Bügelbreite Alternative Größe
65 9,8 65B, 70A
70 10,0 65C, 70B, 75A
80 11,3 70D, 75C, 80B, 85A
85 12,0 75D, 80C, 85B, 90A
90 13,6 80D, 85C, 90B, 95A
95 14,5 80DD, 85D, 90C, 95B
100 15,3 85DD, 90D, 95C, 100B
105 16,3 90DD, 95D, 100C, 105B
110 17,3 90F, 95DD, 100D, 105C
115 17,9 95F, 100DD, 105D, 110C
120 18,5 100F, 105DD, 110D
125   105F, 110DD, 115D
130   110F, 115DD, 115D



Vorbereitende Arbeiten

Es gibt Modelle mit angeschnittenen Trägern und Trägerlose, bei denen man die Träger aushaken kann. Die Form muss jeder für sich herausfinden, man soll sich wohlfühlen in dem Oberteil.
Schnitt7 Schnitt8

Manchmal ist es notwendig, am oberen Rand des Körbchens einen Streifen festen Stoff (oder auch ein breits Gummiband, mit dem Bezugsstoff bezogen) anzusetzen, um zu verhindern, dass allzuviel Busen hervorquillt.

Zur Vorbereitung werden zunächst die Träger und Plastikringe entfernt. Manche Modelle können es gebrauchen, wenn vorne in der Mitte der V-Ausschnitt stärker betont wird: vorsichtig abschneiden und mit zick-zack absteppen (sonst kommt vielleicht der Drahtbügel hervor).

Schnitt9

Tipp: Je schmaler der BH vorne in der Mitte ist, um so leichter wirkt er. Deshalb klappe ich manchmal vorne unten in der Mitte den Rand auf ca. 10 cm Breite um und nähe ihn fest.
Auch das macht das Oberteil optisch leichter, was evtl. durch Fransen an eben dieser Stelle wieder verdeckt wird. Aber: die Konturen sind auch unter den Fransen sichtbar!
Sollte der BH einen Vorderverschluss haben: vorne zunähen und hinten aufschneiden. Einem solchen Verschluss traue ich nicht, und wenn schon ein Verschluss aufgeht, dann lieber hinten.

Früher habe ich die elastischen Seitenteile drangelassen, mit elastischem Stoff bezogen und bestickt. Dadurch blieb das Oberteil elastisch.
Das mache ich jetzt nicht mehr, denn derzeit sind mit Samt oder Effekt-Druck bezogene Kostüme modern, die nicht mehr voll bestickt werden. Und da habe ich es lieber fest und stabil.

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Deshalb schneide ich die Seitenteile ca. 2 cm hinter den Körbchen ab und nähe eigene, feste Seitenteile (ist auf dem Foto schlecht zu erkennen).
Die sind aus dem gleichen Material wie ein Gürtel-Korpus: Eine Lage Kalmuck in der Mitte und 2 Lagen Nessel bzw. Baumwolle aussen, fest mit Zick-Zack miteinander verbunden.
Vorher die Unterbrustweite messen und ein paar Zentimeter zugeben für den Verschluss. Diese Seitenteile werden mit Zick-Zack an die Kante gesteppt.

Die vorhanden Haken, Ösen und auch die Träger werden nicht verwendet, ich entferne sie.

All das sind meine Erfahrungswerte, aber es kommt hier auf den persönlichen Geschmack an.


Beziehen des BH's

Fotoroman: Wie bezieht man einen BH mit Stoff

Jetzt kommt eine vergleichsweise kniffelige Arbeit: Das Beziehen des Oberteils. Ich nehme dazu am liebsten den etwas elastischen Jersey oder Lycra oder auch den immer beliebter werdenden Samt.
Es muss kein elastischer Stoff sein, aber Jersey oder Pannesamt lässt sich angenehm verarbeiten. Wenn ihr das elastische Seitenteil vom BH nicht entfernt habt, dann empfiehlt sich ein elastischer Stoff, der auch in Quer-Richtung dehnbar sein soll.

Ich beziehe jedes Körbchen einzeln mit einem Stoffstück. Ich fange am oberen Rand an und stecke den Stoff fest. Dann wird der Stoff locker auf das Körbchen drapiert in Richtung Seitenteil. Am unteren Teil vom Körbchen ist jetzt viel Stoff übrig. Das muss auch so sein, da kommt ein Abnäher hin.
Man muss ein wenig probieren, um das Körbchen komplett und faltenfrei zu bedecken. Nicht ziehen und zerren sondern ganz locker den Stoff hinlegen, er schmiegt sich geradezu an. Mit ein wenig Glück geht der Stoff auch noch über das Seitenteil. Alles feststecken, überschüssigen Stoff abschneiden, umklappen und von hinten auch feststecken.

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Ein bisschen kniffelig ist noch die Verbindung zwischen den beiden Körbchen, hier muss man eine Naht machen. Auch der Abnäher bedeutet ein wenig Fummelei: die beiden sollten natürlich gleich sein und manchmal wollen sie sich nicht in die gleiche Richtung legen lassen. Aber mit ein wenig Geduld kriegt man das schon hin!
Ich nähe das alles mit der Hand: Am Rand entlang mit kleinen nahezu unsichtbaren Stichen. Und dann nähe ich auch noch von innen den umgeklappten Stoff fest. Der Abnäher wird ebenso zugenäht wie die Naht zwischen den beiden Körbchen.

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Stickerei und Verzierung

Fotoroman: Besticken eines Oberteils

Jetzt kann die Stickerei auf dem Oberteil losgehen. Das ist vergleichsweise einfach, es soll ja so ähnlich aussehen wie auf dem Gürtel. Ich verteile die Haupt-Stickerei meistens am oberen Körbchenrand am Ausschnitt entlang, ca. 6-8 cm breit.
Bitte keine einsamen, deutlich sichtbaren kreisrunde Objekte in der Mitte des Körbchens anbringen!
Unter dem Arm werden nicht so viel plastische Ornamente gestickt, zum einen sieht man es dort nicht sehr gut und zum anderen kann es am Oberarm kratzen. Hinten kann man Motive hinsticken, oft ist allerdings die Fläche nicht ausreichend für grosse Ornamente.
Beim Sticken in der Nähe und auf dem Drahtbügel muss schon mal der Fingerhut und auch eine Zange zum Reinstechen und Durchziehen der Nadel benutzt werden.
Jetzt werden alle freien Flächen mit der Grundfarbe ausgestickt. Hinten auf dem Gummiteil sollte das möglichst im Zick-Zack in Längsrichtung erfolgen.


Träger

Für die Träger kaufe ich ein ca. 12-15-20 mm breites Gummiband, das mit dem elastischen Stoff bezogen wird. Im Zick-Zack-Stich mit der Maschine: zunächst auf die Rückseite einen Streifen Stoff steppen (elastisch, in Zugrichtung des Gummis), dann den Stoff um das Gummi legen, abschneiden und wieder feststeppen. Dabei muss man das Gummi leicht ziehen, damit es auch elastisch bleibt.

Auch diese Träger können jetzt mit Pailletten bestickt werden, und sie sollten dann immer noch elastisch sein. Wer feste Träger habem will, der kann Nahtband anstelle des Gummibandes benutzen. Oder Nahtband auf das Gummi nähen, jedoch nicht auf der ganzen Länge, damit es sich nur ein bisschen dehnt.

Die Träger werden jetzt befestigt. Dabei gibt es verschiedene Lösungen: Die normalen BH-Träger über die Schulter nach hinten laufen lassen oder den Nackenträger, der um den Hals geführt und dort geschlossen wird. Man kann auch mischen: zusätzlich zum Nackenträger vorne in der Mitte 2 Träger befestigen und auf der Schulter am Nackenträger enden lassen oder beide Trägerversionen gleichzeitig benutzen. Jegliche Kombinationen sind denkbar.
Wobei bei einer grösseren Oberweite ausprobiert werden muss, an welcher Stelle des Oberteils der Träger befestigt werden soll. Manchmal macht eine Verschiebung um einen Zentimeter sehr viel aus, das Körbchen kippt entweder nach innen oder nach aussen - je nachdem, was gewünscht ist. Und das kann durchaus auf jeder Seite unterschiedlich sein! Schnitt21

Das alles muss ausprobiert werden. Die eine sieht mit Nackenträgern aus wie ein Preisboxer, weil die muskulösen Oberarme betont werden. Die andere möchte Ärmel am Träger befestigen und das geht am besten, wenn die Träger über der Schulter verlaufen. Das Gleiche gilt, wenn man den schmalen Oberkörper optisch ein wenig verbreitern möchte, vielleicht mit sehr breiten Trägern oder mit Fransen oben an der Schulter.

Manchmal braucht ein Oberteil aus statischen Gründen die Verbindung nach hinten, und auch dann wenn viele Fransen zusätzliches Gewicht bringen.
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Ich finde folgende Variation praktisch: Ein Trägerpaar wird vorn seitlich befestigt und hinten im Nacken geschlossen. Von diesem Träger aus laufen 2 'Querstreben' zum hinteren Rand des BHs; und zwar oben in ca 8-10 cm Abstand voneinander und nach unten auseinanderlaufend.
Man hat also zusätzlich zu dem normalen Verschluss hinten noch eine Sicherung im Nacken. Das sieht hübsch aus, nimmt Gewicht vom Nackenträger und es ist eine doppelte Sicherung.
Der BH sollte so hoch sitzen, dass der optische Abstand zwischen BH und Schulter kleiner ist als der zwischen BH und Gürtel. So bekommt man angenehme Proportionen.


Verbindung zwischen den Körbchen

Manchmal sieht zwar alles sehr schön aus, jedoch irgendwie sitzt es nicht richtig. Der Busen ist nicht da, wo er hinsoll oder es wirkt nicht so, wie es sein soll. Vielleicht liegt das an der Verbindung zwischen den beiden Körbchen?

Sollten die vielleicht enger zusammen sein... oder etwas weiter auseinander?
Oder vielleicht irgendwie innen mehr zusammen und aussen nach oben, so gedreht oder gekippt?

Dazu gibt es auf eine Frage von Dschinny einen prima Tipp vom Djamila (danke!), den ich hier veröffentlichen darf:

Liebe Dschinny,
so müsste es gehen: Den Mittelsteg raustrennen und enger zusammensetzen, dabei unten einen grösseren Abstand nehmen als oben. Alternativ kann man auch den Mittesteg komplett rausnehmen und die Körbchen direkt zusammen nähen.
Und dann noch die Träger einen Tick mehr nach innen oder außen setzen - schon kippen die Körbchen mehr in Richtung Mitte und voilá, Du hast ein traumhaftes Dekolleté!
Ich hoffe, Du verstehst was ich meine!

Liebe Grüsse
Djamila

P.S. Einen variablen Push-up-Effekt kannst Du erzielen, wenn Du hinten im Nacken zwei kleine Bändchen an die Träger nähst und die dann - je nach gewünschtem Effekt - enger oder weiter mit einem Schleifchen zusammenbindest.

djamilas-tipp


Verschlüsse

Beim Oberteil werden die Träger festgesteckt und die Länge probiert. Dabei wird jetzt auch der hintere Verschluss festgelegt. Wenn man alles richtig gemessen hat, sollte es wie angegossen passen.
Ein langer Übertritt ist dabei angenehmer als wenn es zu kurz geraten ist und jetzt verlängert werden muss.
Dann werden (rechts) 2 Haken und (links) die 2 Ösen übereinander festgenäht (z.B. von Prym Nr. 3, die sind kleiner, haben einen leichten Widerstand und gehen nicht so schnell von allein auf.) Um die Haken zu stabilisieren, nähe ich auch hier einen dicken Druckknopf in die Mitte zwischen den beiden Haken direkt an die Kante, dann springt der Verschluss optisch nicht so sehr auf.

Das Oberteil muss fest sitzen, die Träger müssen unter Spannung sein, da darf nix rutschen.
Die Träger im Nacken sollten ca. 6 - 8 cm Übertritt haben, so dass man 2 Haken hintereinander und einen dicken Druckknopf dazwischen platzieren kann. 1 Haken allein ist mir zu unsicher und der Druckknopf hält die Träger in Position, so dass sich die Haken nicht aufdrehen können. Der Teil des Trägers unter dem Übertritt muss nicht bestickt werden.
(Genäht wird selbstverständlich alles mit doppeltem Knopflochgarn, gelle?)


Andere Oberteile

Für alle, die sich in einem stoffbezogenen BH nicht so wohl fühlen, habe ich hier einen prima Schnitt für ein geschlosseneres Oberteil. Dabei wird ein gut sitzender BH untendrunter getragen.
Das Rückenteil ist ein ganz einfacher Schnitt mit Arm- und Halsausschnitt. Diesen kann man recht einfach an die jeweiligen Maße anpassen. Unten wird ein Gummiband eingezogen, also an die Zugabe für den Tunnel denken.

oberteil01 oberteil02

Das Vorderteil ist ein rechteckiges Stück Stoff, angepasst an die vorderen Körpermaße. Dieses kann deutlich höher und auch breiter sein als das Rückenteil, es soll ja alles gut "verpackt" sein.
Das Vorderteil wird an den Seiten etwas gerafft, dadurch erhält man den gewünschten Spielraum. Eine Raffung in der Mitte macht ein schönes Dekolleté und ergibt die gewünschte körpernahe Paßform.
Die Träger werden separat zugeschnitten, auch sie kann man an den Ansatzstellen ein wenig in der Breite raffen, das macht das Ganze optisch etwas leichter.

Es sollte ein leicht elastischer Stoff, z.B. Pannesamt benutzt werden, der natürlich quer-elastisch zugeschnitten wird. Auch Lycra und der etwas exclusivere Stretchsamt eignen sich prima.

Alles erstmal zusammenstecken, anprobieren und evtl. korrigieren. Nun die Nähte versäubern, alles zusammennähen, den Tunnel nähen und das Gummiband einziehen. Darauf achten, das sich das Oberteil nicht hochzieht, wenn man die Arme hebt. Die Raffung wird zuletzt, am besten am lebenden Objekt, angebracht.
Jetzt kann das gute Stück verziert werden. Es bietet sich an, vorne in der Mitte einen kleinen "Hingucker" in Form einer größeren Verzierung oder ein kleines besticktes Motiv zu platzieren, an dem evtl. noch ein paar Fransen befestigt werden können.

oberteil04 oberteil03 Ein kompletter Ärmel sieht zu diesem Oberteil gut aus, ist aber kniffelig zuzuschneiden und einzunähen.
Die Zeichnung zeigt ungefähr, wie so ein Ärmel aussehen sollte. Dabei muss die Armkugel ein paar Zentimeter mehr Umfang haben als der Armausschnitt, weil diese Kugel im oberen Drittel etwas "eingehalten" eingenäht wird, das ist sehr wichtig für die Passform.
Meistens muss man unter dem Arm die Naht ca. zu einem Drittel offen lassen, um genügend Armfreiheit zu haben.

Einfacher ist folgende Lösung: einen Ärmel oder nur eine Manschette in der gewünschten Länge zuschneiden und anstelle der Armkugel nur einen breiten Streifen Stoff nach oben hin zur Schulternaht laufen lassen. Diese Lösung kann man leicht variabel halten, also mit Klettband oder Druckknöpfen versehen und nur bei Bedarf befestigen. Die ganz Faulen benutzen dazu einfach Sicherheitsnadeln.
Unten an die Manschette kann man jetzt Chiffon ansetzen für Flügelärmel.


Dschinny's Drüberzieher

dschinny01

Dschinny:    (Danke fürs zur Verfügung stellen!)

Meine selbstgemachte Oberteil-Lösung für nicht ganz Schlanke scheint auch für andere interessant zu sein. Deshalb beschreibe ich hier mal, wie das funktioniert.
Also: es ist fast ein ganz normales Oberteil, das ganz simpel über den Kopf wie ein Pulli angezogen wird, keine Haken, keine Ösen, kein Reißverschluß, keine Knöpfe.
Dann "stülpt" man den Ausschnitt einfach unter den BH und "fertich is". An diesem Bild kann man sehen, wie das Teil aussieht bevor es runtergestülpt wurde:

dschinny02k dschinny03k

Das heißt, man kann es sowohl als geschlossenes Oberteil über einem ganz normalen BH anziehen - als eben auch als eine Art Bolero, so wie auf dem Bild oben.
Das Jäckchen selbst ist in der Mitte nicht gerafft (auch wenn es so aussieht), sondern wird einzig durch eine Stoffschlaufe in die gewünschte Form gebracht. Je nachdem wie weit oder eng man diese näht, ensteht die Rafffung, man kann also absolut nach eigenem Geschmack variieren.

Darauf ist zu achten:

So, das war's.
Ich hoffe, die Beschreibung war einigermaßen verständlich :-).

Viele Grüße
dschinny


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