Ärmel & Stulpen

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Ärmel       Flügelärmel mit Chiffon       Anleitung für Häkelstulpen


 

Ärmel

Es sieht hübsch aus, wenn auch die Arme geschmückt werden. Zum einen geht das mit Armbändern oder Reifen, Hand- und Oberarmschmuck. Mit Ärmeln sieht das Ganze 'angezogener' aus.

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Die am einfachsten zu nähende Variante für einen Armschmuck ist ein enger langer Stoffärmel.
Hierzu nimmt man am besten einen in eine Richtung elastischen Stoff wie Pannesamt oder Lycra (praktischerweise ein Rest vom Rock), den man querelastisch verarbeiten muss. Benutzt man einen nicht elastischen Stoff, sollte man unten einen kurzen Reißverschluß einarbeiten, damit auch der Handrücken hindurch paßt.
Für den Schnitt genötigt man den Handgelenkumfang, den Oberarmumfang und die Armlänge. Rundherum Nahtzugabe nicht vergessen. Seitennaht schließen, unten den Stoff umnähen, oben einen Tunnel nähen, Gummiband einziehen, fertig.
Wer mag, kann sich die Stulpen auch mit einer Spitze über dem Handrücken nähen, an der eine Fingerschlaufe befestigt wird. Dazu muß der Schnitt noch um ein ca. 10 cm hohes Dreieck erweitert werden.
Man kann auch Fransen an der Seitennaht annähen. Dabei aufpassen: Perlfransen machen die Stulpen schwer und sie können rutschen.

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Die dunkelgrünen Chiffon-Ärmel sind an den Trägern und am Rand des Oberteiles befestigt, das ergibt dann einen Blouson-Charakter.
Die roten sind weite Ärmel aus Chiffon, sie wurden oben und unten mit Gummiband befestigt.
Durchsichtige Ärmel haben einen anderen Effekt als ein blickdichter Stoff.

Es sieht schön aus, wenn die Ärmel die selbe Farbe haben wie der Rock. Manchmal kann man Material-Reste des Rockes dazu benutzen.
Sehr edel wirkt auch ein besticktes Bündchen: Ein entsprechend breites Stück aus Molton und Baumwolle zuschneiden, mit Bezugsstoff beziehen und besticken, den Ärmel drannähen und mit Klettband oder einem dicken Druckknopf schliessen.


 

Flügelärmel mit Chiffon

Fotos: Sha-Ri , danke an dich für dieses Kapitel und die Zeichnungen!

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In den letzten Jahren haben sich Flügelärmel mit den verschiedensten Chiffon-Formen als eine wunderschöne Neuerung in Sachen Armschmuck durchgesetzt.
Hierzu gibt es verschiedene Varianten, prinzipiell bestehen sie jedoch immer aus einer Manschette um den Oberarm und einem Chiffonteil.
Die Manschette kann als schmales Bändchen gearbeitet werden bis hin zum breiten Oberarmband mit Stickereien, der Chiffonteil als Teller, Halbteller, Viertelkreis, einem oder mehreren Zipfeln oder was immer euch einfällt und hübsch aussieht.

Zu bedenken ist dabei folgendes: bei sehr langen Chiffon-Ärmeln kann es beim Schleiertanz zu leichten Verwicklungen mit dem Schleier kommen.
Und: eine Verzierung des Chiffons mit einem gestickten Perlen-Rand macht die Ärmel recht schwer, bei Drehungen führen diese evtl. ein ungewolltes Eigenleben (und die Tänzerin schlägt sich selber den Ärmel ins Gesicht, was nicht sehr elegant wirkt!).

Eine schmale Manschette kann man z.B. wie einen Bh-Träger arbeiten, für eine breite Manschette nimmt man einen in einer Richtung elastischen Stoff der querelastisch verarbeitet wird. Daraus wird ein Rechteck aus Oberarmumfang x gewünschte Höhe der Manschette + Nahtzugabe geschnitten. Am oberen Ende wird ein Tunnel genäht und ein Gummi eingezogen. Man kann auch einen Verschluß mit Klettband oder Druckknöpfen machen.

Der Chiffonteil: Besonders voluminös werden die Ärmel, wenn man sie aus einem ganzen Teller arbeitet, hierzu braucht man jedoch entsprechend viel Chiffon, ein halber Teller reicht auch, um bereits gut auszusehen.
Falls man nur noch kleine Chiffonreste übrig hat, z.B. vom Zuschnitt eines Tellerrocks, kann man auch diese verwenden und die Ärmel mit 2 oder 3 Viertelkreisen nähen.
Der Chiffon wird nun entsprechend in Viertel- / halben - / ganzen Kreisen zugeschnitten, dabei einen Ausschnitt für den Oberarm nicht vergessen, und unten mit einem engen Zick-zack-Stich umsäumt. Anschließend wird der Chiffon von links an die Manschette genäht. (Mit der Hand genäht ist die Naht fast unsichtbar.)
Dabei kann man den Chiffon komplett um die Manschette ansetzen, oben ein Stück (ein Viertel vielleicht) offen lassen oder ihn auch nur halb herum festnähen.

Probiert einfach aus, was sich am besten "handhaben" lässt, denn solche Ärmel sollen die Tänzerin zusätzlich schmücken und dürfen nicht beim Tanzen ein störendes Eigenleben entwickeln.

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Anleitung für Häkelstulpen

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stulpen01 Allgemein eingebürgert haben sich Häkelstulpen, und die sind ganz einfach anzufertigen: Garn in der passenden Farbe suchen, für Nadelstärke 2,5 - 3,5. Glitzergarn ist manchmal zu finden (es kratzt wie Ako-Pads).
Beliebt ist preiswertes Acryl-Garn.
stulpen02 Zunächst so viele Luftmaschen häkeln, dass die zum Ring geschlossen um den Oberarm passen.
Dann kann eine Runde feste Maschen kommen, zum Einziehen des Gummis. Ich verzichte inzwischen darauf, die Stulpen wurden bei mir dadurch einfach zu eng.
stulpen03 Nun Luftmaschenbögen häkeln, jeweils ca. 5 Luftmaschen und 1 feste Masche usw.
Wenn der Kreis sich schliesst, kommt die feste Masche in die mittlere des vorherigen Luftmaschenbogens.
stulpen04 Und so geht es immer im Kreis herum, bis man das Gefühl hat, dass die Stulpe lang genug ist (anprobieren!). Jetzt kommt der Handrücken-Teil: Nach einer festen Masche die Arbeit umdrehen (evtl. 2 Kettmaschen häkeln, um in die Mitte des Luftmaschenbogens zu kommen), 5 Luftmaschenbögen häkeln, umdrehen, 4 Luftmaschenbögen häkeln usw. bis 1 Bogen übrigbleibt. Auf diesen jetzt ca. 5-7 Stäbchen häkeln, daran die Mittelfingerschlaufe aus ca. 10-15 Luftmaschen (wie beim Topflappen) dranhäkeln und fertig ist die erste Stulpe.
stulpen05 Fragt da jemand, was eine Kettmasche ist? Das ist: einstechen, Faden holen und in einem Rutsch durch beide auf der Nadel befindlichen Fäden durchziehen, also nicht nochmal extra einen Faden holen. (Hoffentlich versteht das einer!)
stulpen06 Zum Verzieren mit Pailletten kann man diese festnähen. Das habe ich noch nie probiert, ich habe Angst, dass sich dadurch die Stulpe verzieht und nicht mehr passt.

Ich klebe die Pailletten drauf, das hält recht gut. Es gibt speziellen wasserlöslichen Stoffkleber. Dieser ist weiss und wird beim trocknen durchsichtig. Es ist, soweit ich weiss, das gleiche wie Holzleim (Ponal).
Dazu nehme ich eine Papprolle (so eine, in der Poster verschickt werden) oder ein ähnliches rundes langes Objekt. Darauf wird eine Stulpe gezogen.

Sheritra hat in meinem Gästebuch einen prima Tipp hinterlassen:
Bzgl. Armstulpen habe ich einfach an einen Armschmuck das Bein einer farblich passenden Netzstrumphhose angesetzt. Da ich zum Bekleben mit Pailletten partout keine von dir beschriebenen Posterrolle auftreiben konnte, hab ich einfach aus dem Baumarkt ein 70er HT Rohr genommen (graues Kunststoffrohr, wird als Wasserleitung im Bad verwendet).
Da musste ich den Stulpen auch nicht schnell abziehen bevor er mit dem Rohr eine bleibende Verbindung mit dem Kleber eingeht. Als es fast trocken war, ging's leicht abzuzupfen.
Danke!
stulpen07 Dann kommen auf die Kreuzungspunkte (und evtl. auf die Zwischenstege) kleine Kleckse Kleber und darauf je eine Paillette. Man kann gut ca. 40 - 60 Klebekleckse auf einmal setzen und dann die Pailletten draufsetzen.
stulpen08 Dabei gibt es einen Trick: frau nehme ein Streichholz, mehrmals in Wachs getaucht. An diesem (erkalteten!) Wachstropfen bleiben die Pailletten prima haften. Diese Pailletten werden ausgebreitet und jetzt nimmt man mit dem Streichholz eine Paillette auf und setzt sie auf einen Klebeklecks.
stulpen09 Nach einigen Pailletten kann man den Wachstropfen kurz auf dem Handrücken abwischen, um den überschüssigen Kleber abzustreifen. Und ab und an muss man das Streichholz wieder kurz in Wachs tauchen, um den Wachstropfen zu erneuern.
stulpen10 Jetzt kann das Ganze zunächst ein wenig antrocknen, dann wird die Stulpe vorsichtig mit einer Stricknadel gelöst, abgezogen und irgendwo hingehängt (Türgriff), damit sie endgültig trocknen kann.
Dann muss noch in den oberen Rand am besten mit Hilfe des Häkelhakens ein Gummi eingezogen werden (z.B. dünne Gummikordel, gibt es in verschiedenen Farben).

Viel Spaß beim Häkeln!


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