Schminktipps


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Im Laufe der Zeit habe ich einige Erfahrungen mit Make-up machen können, besonders mit Bühnen-Make-up in bunter Beleuchtung.
Als Faustregel sollte gelten: auf einer Bühne werden Farben zum grössten Teil vom Licht geschluckt werden, also ist ein farbiger Lidschatten nicht so empfehlenswert. Man sollte sich besser an starke Kontraste halten, also schwarz/weiss-Effekte. Schwarz tritt zurück, weiss tritt hervor.
Blaues Licht schluckt blaue Farbe, gelbes Licht schluckt gelb und rotes Licht schluckt rote Farbe: das Rouge und der Lippenstift sind unsichtbar.
Eine Chance hat man noch mit pinkfarbenem, also blau-stichigem Rouge und Lippenstift, der blau-Anteil wird nicht komplett vom Licht verschluckt.
Tipp: Kaufe farbige Glühbirnen (auch Schwarzlicht) und probiere in unterschiedlichem Licht zu Hause die Wirkung des Make-ups.
Keinen Glimmer benutzen, der reflektiert nur das Licht.

Ich habe mit den Produkten von Kryolan sehr gute Erfahrungen gemacht, sie sind allgemein gut verträglich, stark deckend, ohne Glimmer und Duft und relativ preiswert. Man bekommt sie in Spezial-Schmink- oder Ballett-Geschäften (gelbe Seiten!). Auf der Homepage von Reyhan/Orienta kann man die Sachen anschauen und auch bestellen.

Nun erstmal das Gesicht vorbereiten: waschen und eincremen. Jetzt aber erst ein Weilchen warten, erst muss die Creme eingezogen sein.
Dann eine Grundierung auftragen, es sollte ein gut deckendes Make-up sein. Dabei lieber sehr nahe an der eigenen Gesichtsfarbe bleiben, als Sonnenbäune vorzutäuschen. Ein helles Gesicht wirkt strahlend und frisch, ein dunkles müde und faltig (ein Blick Fotos von Filmen und Serien in Fernsehzeitschriften überzeugt). Ich benutze zum Auftragen ein Schwämmchen, damit kann ich das Make-up leichter verteilen.
Hautunreinheiten vorher abdecken, recht gut ist dieser grünliche Abdeckstift.
Man kann auch Camouflage dazu benutzen, dass ist ein sehr gut deckendes Make-up, es hat eine feste Konsistenz und wird mit den Fingern in die Haut eingearbeitet. Nach dem Abpudern ist es wasserfest, wischfest und so gut wie unverwüstlich. Mit Camouflage-Make-up werden Feuermale und sichtbare Narben verdeckt, es eignet sich aber auch gut für ganz gewöhnliche Pickel, Mückenstiche oder sonstige unschöne Stellen, die es zu kaschieren gilt.
Man kann auch die gesamte Grundierung mit Camouflage machen, es braucht ein wenig Übung aber es hält bombenfest!
Dann das ganze Gesicht abpudern mit losem Puder (Fixierpuder).

Jetzt kommen die Augen dran. Zunächst säubere ich das Oberlid bis zur Augenbraue mit einem Kleenex. Dann verteile ich auf dem Lid eine Fixierung, damit der Lidschatten auch da bleibt, wo ich ihn hinmale. Ich benutze dazu eine "Eye Shadow Base - Ombre Creme " von Lancaster, die hat ungefähr Hautfarbe. Es gibt sicherlich noch andere brauchbare Fixierungen. Diese verteile ich wie gesagt auf dem gesamten Oberlid und das wird wieder leicht abgepudert.

Bevor ich anfange, mit Lidschatten zu hantieren, lege ich unter den Augen eine Puder-Barriere: den Quast in den Puder tauchen und diesen dick unterhalb der Augen hintupfen. Man sieht zwar aus wie eine Schleier-Eule, aber man kann später ganz einfach evtl. heruntergebröckelten Lidschatten mit einem zusammengedrückten dicken Pinsel wegwischen, ohne dunke Spuren zu hinterlassen!

So, jetzt wird gemalt: ich versuche immer, diese indischen Mandelaugen hinzukriegen. Dazu benutze ich Kajal-Stift oder Eye-Liner (gut auf dem Oberlid) oder diese schwarze Fettschminke von Kryolan (die wird mit einem Pinsel hingemalt, abgepudert und sitzt bombenfest!)
Den schwarzen Kajal (für einen Bühnenauftritt muss es einfach schwarz sein, bei kleineren Auftritten und/oder näherem Kontakt zum Publikum darf es auch grau oder dunkelbraun sein) dünn, aber sichtbar um das ganze Auge herum auftragen, einschliesslich dem inneren Augenwinkel. Am Unterlid wird er sowohl innen als auch unterhalb der Wimpern hingemalt, mitten hinein in den Wimpernansatz. Man darf aber keinen hellen Zwischenraum sehen!
Im äusseren Augenwinkel läuft der Kajal nach oben in Richtung Augenbrauen-Ende hin spitz aus, je nach Augenform ca. 1 - 1,5 cm lang. Ein gerade oder nach unten auslaufender Lidstrich macht einen traurigen Gesichtsausdruck!

Jetzt versuche ich mit Lidschatten die Augen noch grösser zu bekommen, indem ich oberhalb der Lidfalte einen Schatten platziere. Oberhalb deshalb, damit man bei geöffnetem Auge den Lidschatten noch sieht!
Ich male mit anthrazit-farbenem Lidschatten-Puder oberhalb der Lidfalte einen Schatten, der im inneren Augenwinkel dünn beginnt (Pinselbreite, ca. 2 - 3 mm) und nach aussen hin immer breiter wird (ca. 6 - 10 mm). Der obere Rand folgt dem Bogen der Augenbrauen und aussen kommt er in der Verlängerung des schwarzen Kajal-Striches an. Die Übergänge müssen ein wenig verwischt werden.
All das immer wieder abpudern zum fixieren, dann verkrümelt sich der Lidschatten nicht so leicht.

Die Platzierung des Lidschattens hängt mit der Augenform zusammen: manch eine hat wenig Abstand zwischen Auge und Augenbraue, dann lieber ganz drauf verzichten. Bei Schlupflidern versuchen, mit mehr dunkler Farbe mehr Auge vorzutäuschen, bei kleinen Augen falsche Wimpern verwenden und bei tiefliegenden Augen - ach herrje, es ist schon schwierig! Seid mit nicht böse, wenn ich nicht für jeden einen Tipp habe, im Zweifel ist eine Beratung bei einem professionellen Make-up-Spezialist empfehlenswert. Alles aufschreiben (und fotografieren), was einem gefällt und dann: solange zu Hause üben, bis man selber zufrieden ist mit dem Ergebnis!

So, jetzt die Wimpern schwarz tuschen, zweimal mindestens! Manch einer hat Spass an falschen Wimpern, diese werden von innen nach aussen gesetzt (vor dem Pudern!).
Die Augenbrauen müssen betont werden: allzu buschiges wird in Form gezupft und dann dunkel nachmalen (geht prima mit Mascara nach dem Wimperntuschen!)

Profis platzieren unter dem äusseren Ende der Augenbrauen Rouge und auch am inneren Augenwinkel unter den Augenbrauen, ein bisschen zur Nasenseitenwand herunterziehend, das gibt dem Gesicht Frische. (Hoffentlich versteht das einer!)
Rouge darf recht kräftig aufgetragen werden (am besten mit dem Pinsel) und auch am Haaransatz seitlich und leicht oberhalb der Augen (sparsam) eingesetzt werden, um dem Gesicht eine Kontur zu geben. Bei einem schmalen Gesicht den Schwerpunkt mehr nach aussen legen, bei einem breiteren eher etwas mehr innen bleiben.

Die Lippen werden dunkel (grau oder braun) umrandet, dann sieht man wenigstens die Konturen der Lippen bei rötlichem Bühnenlicht. Der Lippenstift sollte für einen Bühnenauftritt eher blaustichig sein. Ich bevorzuge trockene, gut deckende (kussechte?) Lippenstifte, die lange halten.

Noch ein paar Tipps:

Und wenn man jetzt beim Blick in den Spiegel denkt: es sieht toll aus, aber so kann ich doch nicht auf die Strasse gehen!? Dann ist es genau richtig!

Dann noch: Parfum zum wohlfühlen (nicht auf Pailletten und Strass!), ein letzter Blick: passt alles zusammen? Prima, dann kanns ja losgehen!

Und hier noch 3 Buchtipps:
Kevin Aucoin: All about Make-up, 59,00
Kevin Aucoin: Die Kunst des Make-up, 30,00
Rene Koch: Camouflage, 15,00
Man kann sicher in einer grossen Buchhandlung mal reinschauen, ob sich das Kaufen lohnt!

An diesen Tipps hat Shiva mitgewirkt, im Juli 2000 sind die Tipps von Marisa eingeflossen, vielen Dank!


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